Ankunft der Grippewelle in einem KMU
10. Februar 2017 - 16:41 Uhr Daniel Guyer Bildung und Wirtschaft

Ankunft der Grippewelle in einem KMU – Wie ein angehender Sozialversicherungsexperte das Gelernte live erlebte. 


Der Tag beginnt eigentlich schon am Vorabend. Der Newsticker und von meinen Social Media Partnern erfahre ich, dass die Grippewelle im Anrollen sei. Der Höhepunkt steht erst noch bevor. Als vorausblickender Mitarbeiter mit fundierten Sozialversicherungskenntnissen und als vorbeugende Massnahme drehe ich sofort die Heizung noch mehr auf und braue mir einen Gesundheitstee und überlege mir wie mein morgiger Arbeitstag wohl aussehen wird - ich bin auf alles gefasst. 


Und tatsächlich - als ich an diesem nächsten Morgen meine Arbeit antrete, haben sich doch bereits Belegschaftsmitglieder im Hinblick auf die anrollende Welle via Email krank gemeldet. Den Mitarbeitern welche ab jetzt noch anrufen, rede ich gut zu und wünsche Ihnen gute Besserung. Wenn die Absenz zu lange dauert, so müssen sie mir ein ärztliches Zeugnis zustellen.


Ein anderer Mitarbeiter ist auf dem Weg zur Arbeit von der Grippewelle erfasst worden und verunfallt und fällt sicher ein paar Tage aus. Ich rate ihm zum Arzt zu gehen, gleichzeitig schicke ich ihm ein Unfall-Formular zur Unfall Deklaration.

 

Der Mitarbeiter mit der Langzeitkrankheit ruft mich auch noch an. Auf Grund der Welle und der schlechten Genesung macht es Sinn die Arbeitswiederaufnahme auf später verschieben. Ich informiere sofort die Krankenversicherung und den Vorgesetzten, berechne die Taggelder neu, und trage die Mutation im Personal- und Lohnsystem ein.


Präventives Gesundheitsmanagement

Machen kann ich gegen die Ausfälle nichts.…aber wenn das so weitergeht? Mein Entschluss vom Vortag setzte ich nun um und ich werde beim CEO vorstellig. Ich berichte ihm über die Ausfallswelle und schlage ihm Sofortmassnahmen betreffend einem präventiven Gesundheitsmanagement vor. Der CEO zeigt eine Welle der Besorgnis, dass zu viele Mitarbeiter ausfallen und die Aufträge nicht termingerecht ausgeführt werden können. Ich muss ihm eine Kennzahl der Ausfälle zustellen womit er sieht, wo die Produktionsengpässe liegen. Mein Arbeitskollege aus dem Personalmanagement kriegt den Auftrag eine kurzfristige Einsatzplanung zu machen. Diese Massnahmen greifen so überraschend schnell, dass es von da an viel weniger Absenz Meldungen gibt. Die Wellen glätten sich und es wird ruhiger.


Rente, Pension 

Am Nachmittag treffe ich einen Mitarbeiter welcher in Rente gehen will. Ich informiere ihn über unsere Pensionskasse und die Rentenzahlungen welche er in seiner Pension monatlich bekommt. Die Höhe der Rente habe ich vorher berechnet und lege sie ihm nun vor. Mein Vorbehalt bleibt, dass sich die Rentenhöhe je nach Wirtschaftslage noch ändern kann. Solche Informationen kriege ich jeweils wellenweise von den staatlichen Stellen mitgeteilt.  


In diesem Zusammenhang merke ich, dass sich bezüglich der Pensionskasse noch einiges ändern wird. Ich melde mich deshalb gleich noch für einen externen Refresherkurs an.

 

Einem neuen Mitarbeiter erkläre ich unser Säulen System der Sozialversicherungen mit den privaten Möglichkeiten bei der 3. Säule. Diese ist weltweit einmalig und eine Ergänzung zur AHV der 1. Säule und der Pensionskasse der 2. Säule. Wenn er einen Unfall hat, ist er durch die Unfallversicherung abgedeckt und sollte einmal der Worst Case einer „Arbeitslosigkeit“ eintreten, ist er durch die Arbeitslosenversicherung abgedeckt. Zum Schluss erkläre ich ihm die monatliche Lohnabrechnung an Hand seines Arbeitsvertrages und den Firmen Reglementen. Auch arbeitsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit den Sozialversicherungen kann ich ihm fundiert beantworten. Mein abschliessender Auftrag an ihn: Er soll ja die erste Lohnabrechnung auf Korrektheit überprüfen und allfällige Arbeitsausfälle wegen den Taggeldern immer sofort melden. 


Kinderzulagen, AHV-Berechnung, Quellensteuer

Zwischen den Gesprächen erledige ich meine Pendenzen. Die kantonale Kinderzulage für den frisch gebackenen Familienvater gebe ich im Personalsystem ein und für die Grenzgängerin aus Deutschland rechne ich die Quellensteuer ab und fülle einen Antrag betreffend einer deutschen Sozialversicherung aus. Durch die neuen Kunden Aufträge haben wir auch viele neue Mitarbeiter rekrutiert und eingestellt. Ich berechne die neue AHV Jahreslohnsumme und Teile dies der Ausgleichkasse des Kantons mit.

 

Ein abschliessendes Gespräch führe ich mit einem Mitarbeiter, welcher unser Unternehmen und die Schweiz endgültig verlässt und in der weiten Welt ein B&B eröffnen will. Präzis erkläre ich ihm ob er noch in der AHV versichert bleiben kann, was bei der Unfallversicherung zu beachten ist und was er mit seinem angesparten Vermögen in der Pensionskasse machen kann. Bei Gelegenheit würde ich sein B&B besuchen, von welchem man direkt die auf die Meereswellen sehen kann. Er soll mir doch dann seine genauen Koordinaten mitteilen.


Weiterbildungslehrgang

Am Abend treffe ich meine Social Media Partner in der Schule im Weiterbildungslehrgang für den Sozialversicherungsspezialisten und teile ihnen mit, dass ich heute das Gelernte 1:1 in die Praxis umgesetzt habe und ich mich teilweise wie im Wellenbad des Alpamare gefühlt habe.

    

Um auch einen solchen spannenden Tag zu erleben und dich die Ausbildung zum Sachbearbeiter Sozialversicherungen Edupool mit viel Praxisbezug interessiert, dann melde dich für den Lehrgang an oder schau doch bei uns an einem Informationsabend rein.      


 






Daniel Guyer

Lehrgangsleiter

 




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